Der Ideensprudel® darf nicht helfen – Deutschland erklärt warum

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MENTALER BOXENSTOPP® · Humorvoller Beitrag aus dem Sitzungssaal der gepflegten Zuständigkeitslücke

Ein Protokoll aus dem Sitzungssaal der gepflegten Zuständigkeitslücke

Es gibt Augenblicke, in denen die Vernunft sich hinsetzt, den Kopf in die Hände legt und leise weint. Dieser Text ist für diese Momente. Und für alle, die schon einmal versucht haben, ohne Titel, ohne Kassenvertrag und ohne Durchschlag in dreifacher Ausfertigung etwas Nützliches in die Welt zu bringen.

Was folgt, ist ein Protokoll. Rekonstruiert. Verändert. Aber im Kern: vollständig wahr.

Es geht um den Ideensprudel® von Astrid Göschel – ein Getränk, das sich offen zum Placebo-Effekt bekennt, ihn also nicht verschweigt, sondern ihn als das benennt, was er ist: einen intelligenten Hebel im Nervensystem eines überarbeiteten Geistes. Und es geht um die Frage, warum genau dieses Produkt in Krisenzeiten nicht freigegeben werden kann, obwohl – oder weil – es funktioniert.

Das Gremium hatte sich konstituiert. Die Tagesordnung war verteilt. Der Kaffee kam aus einer Maschine, die niemand mehr bedienen konnte, seit der Zuständige in Rente gegangen war.

Sitzungsprotokoll · Außerordentliche Beratung

Anlassbezogene Prüfung: Ideensprudel® (Wirkstoff: Haltung)

ANTRAGSTELLERIN

Ich möchte darauf hinweisen, dass der Ideensprudel® explizit als Placebo konzipiert ist. Die Wirkung beruht auf Selbstwahrnehmung, bewusster Unterbrechung und – ja – auf dem Glauben des Nutzers an sich selbst. Das steht auf der Flasche. Es gibt keine versteckten Wirkversprechen.

PROF. DR. DR. HILDEGARD BESTÄNDIG-KAUM

Lehrstuhl für Angewandte Entscheidungsaufschubforschung

Eben das ist das Problem. Wenn Sie schreiben, dass es ein Placebo ist, und Menschen trotzdem besser damit umgehen können – wer haftet dann für die Wirkung?

ANTRAGSTELLERIN

Niemand. Das ist der Punkt. Der Mensch entscheidet selbst.

MINISTERIALRAT VOLKER ZUSTÄNDIGKEITSLÜCKE

Vertreter des zuständigen Nicht-Zuständigen

Selbstentscheidung im Krisenkontext ist ungeklärt. Wir befinden uns in einem regulatorischen Graubereich. Ich habe das an die Unterabteilung weitergeleitet. Die Kollegin ist aber bis Ende des Quartals im Mutterschutz, und ihr Vertreter ist für Lebensmittel nicht ausgebildet. Ob das ein Lebensmittel ist, müsste übrigens erst festgestellt werden.

DR. CORNELIA EVIDENZBASIERT

Gutachterin (Gutachten seit 14 Monaten in Bearbeitung)

Ich habe das Gutachten noch nicht abgeschlossen, aber vorläufig: Der Placebo-Effekt ist wissenschaftlich belegt. Das ist unbestritten. Das Problem ist, dass wir keine vergleichbare randomisierte Doppelblindstudie zu diesem spezifischen Getränk in dieser Zusammensetzung mit dieser Zielgruppe in diesem Krisenkontext vorliegen haben. Ohne das können wir keine Empfehlung aussprechen.

ANTRAGSTELLERIN

Für Kaffee gibt es diese Studie auch nicht. Für den Sitzungsraum-Kaffee da drüben schon gar nicht.

HARALD FACHFREMD

Anwesend auf Einladung; Zuständigkeit unklar

Darf ich kurz fragen? Ich bin von der Kassenärztlichen Vereinigung. Warum bin ich hier?

PROF. DR. DR. HILDEGARD BESTÄNDIG-KAUM

Sie sind hier, Herr Fachfremd, weil das Produkt von einer Person ohne Doktor-Titel und ohne Kassenzulassung angeboten wird. Das macht es strukturell zu einem Gesundheitsprodukt im weiteren Sinne, für das eine institutionelle Einordnung notwendig ist.

ANTRAGSTELLERIN

Das Produkt ist ein Getränk. Mit einer Haltung dahinter. Es heilt nichts. Es behauptet nichts. Es macht eine Pause sichtbar.

MINISTERIALRAT VOLKER ZUSTÄNDIGKEITSLÜCKE

Eine Pause im Krisenkontext wäre aber möglicherweise als Krisenintervention zu werten. Krisenintervention ist geregelt. Ich müsste das prüfen. Oder jemanden beauftragen, das zu prüfen. Gibt es hier eine Liste, auf die ich das setzen kann?

Das Getränk stand auf dem Tisch. Niemand hatte es eingeladen. Aber es war da.

Und es tat, was es immer tut: Es wartete. Ruhig. Ohne Kassenzulassung.

Der Placebo-Effekt – kurze Zwischenbemerkung für alle, die ein Gutachten brauchen

Der Placebo-Effekt ist keine Schwäche des Geistes. Er ist seine intelligenteste Funktion. Das Gehirn behandelt eine Erwartung mit denselben neurochemischen Prozessen wie ein externes Mittel. Es ist das System, das heilt – nicht die Substanz. Das weiß die Forschung seit Jahrzehnten.

Wer das offen kommuniziert – wie es der Ideensprudel® tut – betreibt keine Täuschung. Er betreibt Aufklärung. Er sagt: Du weißt, was hier passiert. Und es hilft trotzdem. Vielleicht gerade deswegen.

Das ist kognitiv anspruchsvoller als ein Versprechen auf dem Etikett. Es setzt einen Menschen voraus, der sich selbst zutraut zu denken. Und genau das ist das Problem – für ein System, das Mündigkeit nicht als Ressource, sondern als Risiko verwaltet.

OHNE PROFESSUR NICHT VERKEHRSFÄHIG

Fortsetzung · 09:47 Uhr – Kernfrage Legitimation

PROF. DR. DR. HILDEGARD BESTÄNDIG-KAUM

Das eigentliche Problem, wenn ich das zusammenfassen darf, ist Folgendes: Frau Göschel hat keine Professur. Kein Institut im Rücken. Keine Fachgesellschaft, der sie angehört. Sie denkt – und das ist belegt – selbst. Das ist in einer geregelten Ordnung schwierig einzuordnen.

ANTRAGSTELLERIN

Ich habe 25 Jahre Praxis. Ich bringe aktuell 11 Bücher heraus und habe auch bereits über einen Fachverlag veröffentlicht. Von der Europäischen Kommission wurde ich für meinen Mut und meine Vorbildfunktion als Unternehmerin und Vordenkerin bereits im Jahr 2009 ausgezeichnet (Berlin/Stockholm). Ich arbeite mit Führungskräften in komplexen Entscheidungssituationen. Das Produkt entstand aus dieser Arbeit.

DR. CORNELIA EVIDENZBASIERT

Praxis ist kein Beleg. Praxis ist Erfahrung. Erfahrung kann sich irren.

ANTRAGSTELLERIN

Gutachten können sich auch irren. Insbesondere wenn sie nicht fertig sind.

HARALD FACHFREMD

Ich habe hier noch eine Frage zum Kassenrecht. Ach, nein, eigentlich nicht. Ich verstehe immer noch nicht, warum ich hier bin.

MINISTERIALRAT VOLKER ZUSTÄNDIGKEITSLÜCKE

Herr Fachfremd, Ihre Anwesenheit legitimiert das Verfahren. Das ist Ihre Funktion. Danke dafür.

PROF. DR. DR. HILDEGARD BESTÄNDIG-KAUM

Ich möchte zu Protokoll geben: Ein Produkt, das Krisenresilienz ohne institutionellen Rahmen verspricht, oder nahelegt, oder andeutet, setzt einen Leuchtturm voraus, dem man folgen kann. Leuchttürme müssen zertifiziert sein. Das ist zum Schutz der Bevölkerung.

ANTRAGSTELLERIN

Ein Leuchtturm leuchtet. Ob jemand einen Zertifizierungsbescheid dafür ausgestellt hat, ändert nichts am Licht.

MINISTERIALRAT VOLKER ZUSTÄNDIGKEITSLÜCKE

Das ist ein schöner Satz. Den nehmen wir gerne als Anlage zum Protokoll. Er ändert am Ergebnis aber nichts.

Die meisten Fehlentscheidungen entstehen nicht im Entscheiden selbst, sondern dadurch, dass kein bewusster Stopp voranging.

Astrid Göschel

Was ein Lied weiß, das ein Gremium nicht weiß

Der Ideensprudel® ist auch als Song (Schlager-Move) verfügbar. Das ist keine Marketingidee. Das ist eine erkenntnistheoretische Entscheidung.

Musik umgeht das rationale Gatekeeping. Sie geht direkt. Sie landet, bevor der Verstand entschieden hat, ob er sie einlässt. Das ist kein Trick. Das ist Physiologie. Und der Ideensprudel® als Song nutzt genau das: Er macht den Stopp erlebbar, bevor er erklärt werden muss.

Welches Gremium könnte das genehmigen? Keines. Und das ist der Beweis, dass er funktioniert.

>>Hier klicken und Song im Schlagermove-Stil anhören <<

Wenn Sie Swing bevorzugen, hören Sie diese Variante des Ideensprudels® an:

Ergebnis der Sitzung

PROF. DR. DR. HILDEGARD BESTÄNDIG-KAUM

Wir kommen zur Abstimmung. Der Antrag auf Freigabe des Ideensprudel® als Krisenresilienzprodukt wird vertagt, bis das Gutachten abgeschlossen ist, die Zuständigkeitsfrage geklärt ist und eine angemessene institutionelle Einbettung der Anbieterin nachgewiesen werden kann.

DR. CORNELIA EVIDENZBASIERT

Das Gutachten wird voraussichtlich im übernächsten Geschäftsjahr abgeschlossen. Ich habe noch eine Frage an die Methodenliteratur.

HARALD FACHFREMD

Ich enthalte mich. Aus strukturellen Gründen.

ANTRAGSTELLERIN

Verstanden. Frau Göschel, darf ich das Getränk mitnehmen?

MINISTERIALRAT VOLKER ZUSTÄNDIGKEITSLÜCKE

Das Getränk ist als Beweismittel eingetragen. Es bleibt hier, bis die Zuständigkeit für Beweismittel in Nicht-Strafverfahren ohne Klageanlass geklärt ist. Ich leite das weiter.

Das Getränk stand noch drei Wochen im Sitzungsraum. Irgendwann trank es jemand. Es half. Niemand sagte etwas.

Was bleibt

Deutschland ist gut darin, Systeme zu bauen, die Wirkung verwalten, ohne sie zu verstehen. Das ist kein bösartiger Impuls. Es ist ein struktureller. Komplexität braucht Regeln. Regeln brauchen Zuständigkeiten. Zuständigkeiten brauchen Titel.

Was sie nicht brauchen, und was sie deswegen nicht einpreisen können: jemanden, der außerhalb der Statuslogik denkt, handelt und wirkt. Jemanden, der sich freimacht – nicht aus Trotz, sondern aus Klarheit.

Ein Leuchtturm fragt nicht, ob das Meer ihn anerkennt. Er leuchtet.

Der Ideensprudel® auch.

Genehmigt oder nicht.

* Alle Figuren dieses Protokolls sind fiktiv. Jede Ähnlichkeit mit real existierenden Gremien, Gutachtenverfahren oder regulatorischen Zuständigkeitslücken ist rein struktureller Natur und damit unvermeidlich.

Astrid Göschel M.A.

Pragmatisch-kreativ-humorvolle Umsetzerin von Wissenschaft in Praxis, Spracharchitektin und Autorin des Mentalen Boxenstopp-Prinzips® – seit 2002 selbstständig, seit immer denkend.

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Astrid Göschel M.A.

Seit 20 Jahren unterstütze ich Unternehmen und Unternehmer*innen dabei, ihre Ziele auf direktem Weg und gemeinsam mit allen Beteiligten zu erreichen. Heute bin ich in der Lage, eine Komplett-Lösung anzubieten, mit der meine Kund*innen gemeinsam mit mir systematisch den Weg vom Start- zum Zielpunkt gehen – messbar, nachvollziehbar und stets erfolgreich.

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