Das Spielfeld ist falsch gebaut. Nicht die Spielerin.

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Über emotionale Kompetenz, Machterhalt und die Frage, die wir seit Jahrzehnten falsch stellen.

„Die Frauen haben die Emanzipation erkämpft. Jetzt müssen die Männer damit fertig werden.“ (Autor unbekannt)


Frauen sind genauso ehrgeizig wie Männer. Das wissen wir seit Jahren. Studien belegen es, Erfahrungen bestätigen es, niemand zweifelt mehr ernsthaft daran.

Und trotzdem kommen wir nicht weiter.

Warum? Weil wir die falsche Frage stellen.

Die Frage ist nicht, ob Frauen ehrgeizig genug sind. Die Frage ist, was mit diesem Ehrgeiz passiert, sobald er sichtbar wird. Die Spielregeln ändern sich. Still, systematisch, unauffällig. Nicht weil Frauen falsch spielen. Sondern weil ihr Mitspielen das Spiel für andere unbequem macht.

Das ist kein Gleichstellungsproblem. Das ist Machterhalt.


Song wurde mit AI-my-song erstellt.


Emotionale Kompetenz ist keine Schwäche. Sie wird dazu erklärt.

Reden wir endlich über das Richtige.

Es geht nicht um Emotionalität. Es geht um emotionale Kompetenz. Um die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen, einzuordnen und zu steuern. Impulskontrolle. Selbstwahrnehmung. Die Fähigkeit, in einem aufgeheizten Raum kühl zu bleiben, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

Frauen sind darin stark. Nachweislich, erfahrungsbasiert, strukturell.

Und trotzdem wird genau diese Kompetenz gegen sie verwendet.

Der Mechanismus ist simpel und perfide. Ein Mann der seine Emotionen nicht zeigt, gilt als stark. Eine Frau die ihre Emotionen steuert, gilt als kalt. Eine Frau die sie zeigt, gilt als instabil. Es gibt kein richtiges Verhalten, weil das Urteil schon vorher feststeht.


Warum Frauen irgendwann aufhören zu filtern.

Es gibt einen Moment im Leben vieler Frauen, besonders ab Mitte vierzig, ab fünfzig, wo die Impulskontrolle nachlässt. Wo sie anfangen, Dinge auszusprechen, die sie jahrelang geschluckt haben. Wo sie aufhören, sich anzupassen.

Das wird als Kontrollverlust gelesen. Als Beweis, dass Frauen eben doch emotional sind.

Es ist das Gegenteil.

Es ist der Moment, in dem eine Frau merkt: Die Verstellung hat mich von mir selbst entfremdet. Die jahrelange Anpassung hat nicht funktioniert. Das Spielfeld hat sich nicht verändert, egal wie ruhig ich geblieben bin.

Das ist kein Ausrasten. Das ist Klarheit.

Und wer das nicht unterscheiden kann, hat noch nie wirklich zugehört.


Das Defizit das zur Norm wurde.

„Es gibt Menschen, die sind klug, und Menschen, die sind weise. Kluge lösen Probleme. Weise vermeiden sie.“ Curt Goetz

Der Mann der gelernt hat, Emotionen wegzudrücken, gilt als professionell. Als belastbar. Als führungsstark.

Aber was ist das wirklich?

Es ist ein Defizit, das zur Norm erklärt wurde. Eine Einschränkung, die so lange wiederholt wurde, bis sie wie eine Tugend aussieht. Und weil dieses Defizit oben sitzt, an den Tischen wo Entscheidungen fallen, wird alles andere daran gemessen.

Emotionen sind unkontrollierbar, sagt man. Deshalb sind sie gefährlich.

Aber Impulskontrolle ist genau das: Kontrolle über Emotionen. Wer beides zusammenbringt, Fühlen und Steuern, ist nicht schwach. Der ist vollständig.


Stärke und Schwäche sind kein Gegensatz.

Jede Eigenschaft hat eine Sonnenseite und eine Schattenseite. Jede. Ohne Ausnahme.

Empathie in der richtigen Situation ist Führungsstärke. Empathie ohne Grenze ist Selbstverlust. Durchsetzungskraft im richtigen Moment ist Klarheit. Durchsetzungskraft ohne Empathie ist Blindheit.

Das gilt für Männer wie für Frauen. Das gilt für jede Persönlichkeit.

Wer nur Stärken sucht und Schattenseiten wegdiskutiert, denkt nicht in Menschen. Der denkt in Schubladen. Und Schubladen passen nie.

Die eigentliche Kompetenz ist nicht, keine Schwächen zu haben. Die eigentliche Kompetenz ist zu wissen, wann welche Seite gebraucht wird.

Das ist hirnbegabt.


Song wurde mit AI-my-song erstellt


Dieser Artikel ist Teil meiner laufenden Arbeit zu Selbststeuerung, emotionaler Kompetenz und der Frage, wie wir wirklich führen wollen. Mehr dazu bald in meinem Buch „Hirnbegabt“.

Dieser Artikel ist Teil meiner laufenden Arbeit zu Macht, Sprache, Selbststeuerung und Ermutigung zurück zum eigenen Denken zu finden im digitalen Zeitalter. Mehr dazu bald in meinem Buch „Hirnbegabt“.

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Astrid Göschel M.A.

Strategische Denkpartnerin für Entscheider und Inhaberin von Mentaler Boxenstopp®. Als EU-Unternehmensbotschafterin für weibliches Unternehmertum und Ambassador des European Network of Female Entrepreneurship Ambassadors arbeitet sie dort, wo wirklich gedacht wird – und wo Führung neu definiert wird.

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