von Astrid Göschel M.A.
>> Für alle, die lieber fliegen als lesen: 1x slow, 1x swing:
Song wurde erstellt mit AI-makesong
Es gibt ein Bild, das seit Jahren durch Führungsetagen geistert. Die gläserne Decke. Man sieht hindurch, man weiß, was oben ist, aber man kommt nicht durch.

Und die Lösung, die immer wieder vorgeschlagen wird, lautet: Drücken. Fordern. Quote. Dagegen ankämpfen, bis das Glas bricht.
Ich frage mich seit einer Weile, ob das Glas wirklich Glas ist.
Was wäre, wenn es kein Glas ist? Was wäre, wenn Menschen, die ihre Macht schützen – und das tun sie, immer, konsequent – längst vorgedacht haben? Wenn das, was wie eine zerbrechliche Decke aussieht, in Wirklichkeit ein Material ist, das man nicht zerstören kann, egal wie laut man diskutiert, egal wie oft man dagegen drückt?
Dann würde die Diskussion selbst zum Vorteil des Systems. Man weiß, wo der Widerstand kommt. Man kann sich darauf einstellen. Man kann nachrüsten, während andere reden.
Wer immer nur gegen eine Wand drückt, gibt der Wand Zeit, sich zu verstärken. Klüger ist: wegsehen. Und bauen.

Es gibt zwei Positionen, die wir kennen.
Die erste: Das System ist, wie es ist. Oben sitzt, wer immer oben saß. Gleiches empfiehlt Gleiches. Das ist nicht böse gemeint – es ist einfach das, was zementierte Strukturen tun. Sie reproduzieren sich.
Die zweite: Dagegen ankämpfen. Reingehen, fordern, Quote einführen, das System von innen verändern. Gut gemeint. Richtig gedacht. Und trotzdem – wie viele Jahrzehnte versuchen wir das schon?
Beide Positionen haben ihre Berechtigung. Und beide stoßen an Grenzen, die sie aus sich selbst heraus nicht überwinden können.
Was wäre die dritte Möglichkeit?
Abwenden.
Nicht aufgeben. Nicht resignieren. Sondern sich bewusst umdrehen – weg vom Abgrund, weg vom Vergleich, weg von der Frage, wann man endlich durchgelassen wird – und auf etwas zugehen, das man selbst baut.
Ein Haus ohne gläserne Decke. Nicht weil man die Decke weggelassen hat, sondern weil man beim Bauen gar nicht in diesen Kategorien gedacht hat. Weitblick statt Höhe. Stabilität statt Kontrolle. Führung, die an die nächste Generation denkt, nicht nur an die nächste Quartalszahl.
Das klingt utopisch. Ist es nicht.
Es gibt Unternehmerinnen, die das längst tun. Die nicht fragen, ob sie dürfen. Die bauen. Die Spielregeln nicht übernehmen, sondern eigene aufstellen – und dabei klug genug sind, ihr Terrain auch zu verteidigen. Denn wer ein eigenes System aufbaut, muss wissen, dass bestehende Systeme das bemerken. Und dass Einladungen manchmal Einladungen sind – und manchmal nicht.
Das Interessante passiert dann, wenn zwei stabile Systeme nebeneinander existieren. Nicht als Konkurrenz. Sondern als Spiegel.
Erst dann entsteht echter Vergleichsdruck – nicht durch Forderung, sondern durch Sichtbarkeit. Erst dann kommen Menschen auf beiden Seiten auf Ideen, die sie alleine nie gehabt hätten. Und aus zwei Systemen wird vielleicht ein drittes. Eines, das weder das eine noch das andere ist, sondern etwas, das noch keinen Namen hat.
Dahin führt kein Kampf gegen eine Decke.
Dahin führt das Abwenden.
Abwenden ist keine Niederlage. Es ist der erste Schritt zu etwas, das noch keinen Namen hat. Und das ist gut so.

Wo wird das schon umgesetzt?
Abwenden ist kein theoretisches Konzept. Es gibt bereits einen Raum, in dem genau das passiert – geschützt, klar, ohne Umwege. Einen Raum für Unternehmerinnen, die aufgehört haben zu warten, und angefangen haben zu bauen.
>> Für alle, die lieber fliegen als lesen: 1x slow, 1x swing:

>> Wer neugierig ist, wie das in der Praxis aussieht, findet hier einen ersten Einblick.
Nicht alles ist öffentlich – absichtlich. Denn manche Dinge entfalten ihre Wirkung nur dort, wo sie ungestört wachsen können.
