Über Resonanz, Mut und ein Buch, das gerade entsteht
Wer viel entscheidet, denkt viel. Das ist keine Überraschung.
Was mich immer wieder überrascht: wie viele Entscheider nebenbei schreiben. Oder Musik machen. Oder malen. Im Verborgenen. Weil sie Angst haben, dass es ihrer Rolle schadet.
Das erlebe ich in Boxenstopps immer wieder. Jemand sitzt mir gegenüber, wir sprechen über Strategie, über Richtung, über das, was wirklich trägt. Und irgendwann kommt es heraus. Dass er abends Gitarre spielt. Dass sie heimlich ein Manuskript schreibt. Dass beides zusammengehört und beides selten zusammen gezeigt wird.
Ich frage mich manchmal, was das kostet. Nicht finanziell. Sondern innerlich.
Skalierungslogik hat ihre Grenzen
Im Business wird viel über Skalierung gesprochen. Was sich vervielfältigen lässt. Was sich automatisieren lässt. Was Reichweite erzeugt.
Was dabei selten mitgedacht wird: Manche Felder gehen nicht in Resonanz, wenn man aufgehört hat, darüber nachzudenken. Kreativität. Urteil. Haltung. Die lassen sich nicht skalieren. Die brauchen Innehalten. Einen Boxenstopp. Den Mut, auch die unproduktiven Momente zuzulassen.
Genau dort entstehen oft die wertvollsten Gedanken.
Ein Buch entsteht
Ich schreibe selbst. Seit Jahren. Bücher, die aus genau diesen Momenten entstehen. Aus Gesprächen, die länger dauerten als geplant. Aus Fragen, die keine schnelle Antwort vertragen.
Mein neues Buch heißt:
Transformation beginnt dort, wo Wahrheit unbequem wird.
Es ist ein Essayband. Zwölf Essays. Im Stil Montaignes. Kein Ratgeber. Kein System. Ein Denkraum.

Es entsteht gerade. Und ich zeige es hier schon, weil ich finde: Bücher dürfen sichtbar werden, bevor sie fertig sind. Weil der Weg dazugehört.
Was mich wirklich freut
Wenn ich von diesem Projekt erzähle, sagen viele: Respekt. Ich würde mich das nicht trauen.
Das bewegt mich. Weil es zeigt, wie viel im Verborgenen schlummert. Wie viele Menschen etwas zu sagen hätten. Und wie oft die Angst vor der Rolle größer ist als die Freude am Ausdruck.
Es braucht Menschen, die nach vorne gehen. Die etwas versuchen. Die zeigen, dass Tiefe keine Schwäche ist.
Das will dieses Buch auch.
Wer das kennt — dieses Gefühl, dass neben der Skalierungslogik noch etwas anderes in einem steckt — der ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Es geht pragmatisch zu in meiner Arbeit. Aber immer auch warm. Und wertschätzend.
Das Einzige, was ich nicht mag: wenn Menschen sich etwas vormachen. Das Leben ist zu kurz dafür.
Warum es so lange gedauert hat?
Ich schreibe seit Jahren. Aber ich habe das Schreiben lange zurückgehalten.
Der Grund ist banal und kommt mir heute fast komisch vor. Im Studium habe ich ein veritables Germanistik-Trauma entwickelt. Das passiert, wenn man mit so vielen Regeln konfrontiert wird, dass die Kreativität irgendwann einfach aufhört zu atmen. Dann braucht man ein paar Jahre, bis man sich wieder etwas zutraut.
Und dann kommt die nächste Hürde. Verlagslogiken sind Skalierungslogiken. Erwartungen, Formate, Zielgruppen. Wer nicht im Rhythmus dieser Logik schwingt, geht nicht in Resonanz mit dem System. Das Schreiben bleibt liegen. Nicht weil es nicht da wäre. Sondern weil der förderliche Rahmen fehlt.
Als ich BoD für mich entdeckte, dachte ich: jetzt darf es raus. Was schon lange entwickelt war, darf jetzt das Licht der Welt erblicken. Etwas verspätet vielleicht. Aber das zeigt nur, wie sehr der richtige Rahmen darüber entscheidet, was möglich wird. Resonanz braucht Raum. Und manchmal dauert es, bis man den findet.

Astrid Göschel ist Boxenstopplerin für Entscheider. Ihr Konzept Mentaler Boxenstopp® schafft den Raum, den gute Entscheidungen brauchen. Innehalten nicht als Pause. Sondern als Prinzip.
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