Empathie in der Führung: Stärke oder Missverständnis?

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Das Missverständnis Empathie und, warum es so bequem ist

Es gibt Themen, die immer dann unter Beschuss geraten, wenn sie anfangen, wirklich relevant zu werden. Empathie ist gerade so ein Thema.

Die Kritik klingt zunächst vernünftig: Empathie könne übergriffig werden, Abhängigkeiten stabilisieren, als verdecktes Machtmittel wirken. Das stimmt. Wie es auch stimmt, dass Entschlossenheit zur Sturheit werden kann, Klarheit zur Kälte, Effizienz zur Menschenverachtung. Jede Stärke hat ihre Pathologie. Das ist kein Argument gegen die Stärke. Es ist ein Argument für Reflexion.

Wer Empathie primär unter dem Gesichtspunkt ihrer Dysfunktionalität beschreibt, verrät, aus welchem Referenzrahmen heraus er denkt. Und dieser Referenzrahmen ist alt.

Was Empathie nicht ist

Empathie ist keine Technik. Man kann sie nicht lernen wie eine Verhandlungsstrategie und am nächsten Montag im Meeting einsetzen. Wer sie so versteht, scheitert — zu Recht. Was dann entsteht, ist keine Empathie, sondern ihre Imitation: strategisches Mitgefühl, das jeder spürt, der wirklich hinhört.

Empathie ist auch keine Schwäche, die man sich leistet, wenn die Zahlen stimmen. Sie ist eine Wahrnehmungsfähigkeit. Und wie jede Wahrnehmungsfähigkeit entscheidet sie über die Qualität von Urteilen, Entscheidungen und — ja — Ergebnissen.

CEOs, die das wissen, treffen andere Entscheidungen. Nicht weichere. Andere.

Was wirklich fehlt

In über zwei Jahrzehnten Arbeit mit Führungskräften habe ich selten erlebt, dass jemandem zu viel Empathie zum Problem wurde. Sehr häufig dagegen, dass fehlende Empathie teuer wurde: in Fehlbesetzungen, in eskalierenden Konflikten, in Transformationen, die auf dem Papier stimmten und in der Realität scheiterten, weil niemand verstanden hatte, was die Menschen in der Organisation wirklich bewegte.

Das ist kein weiches Problem. Das ist ein strategisches.

Wer nicht wahrnimmt, was sein Gegenüber antreibt, fürchtet oder braucht, entscheidet auf Basis unvollständiger Information. Das ist keine Führungsstärke. Es ist ein blinder Fleck.

Wie man aufhört, auszuweichen

Das Interessante an Empathie ist: Die meisten Menschen, die ihr ausweichen, tun es nicht aus Gleichgültigkeit. Sie tun es, weil niemand ihnen je gezeigt hat, wie man damit umgeht, ohne sich zu verlieren.

Das ist der eigentliche Engpass. Nicht fehlende Bereitschaft. Fehlende Orientierung.

Balanzielle Führung — wie ich sie in geschlossenen Formaten für Entscheider entwickelt habe — setzt genau hier an. Nicht therapeutisch, nicht idealistisch. Pragmatisch. Es geht darum, Empathie als Führungsinstrument zu verstehen: präzise, dosiert, mit klaren Grenzen nach innen wie nach außen.

Der Mentale Boxenstopp® für Entscheider schafft dafür den Rahmen. Innehalten, nicht um zu bremsen, sondern um sicherzustellen, dass die Richtung stimmt. Wer nie stoppt, merkt nicht, wann er — oder sein Team — in die falsche Richtung fährt.

Was bleibt

Empathie ist nicht das Problem. Das Missverständnis ist das Problem.

Und Missverständnisse lassen sich klären — wenn man bereit ist, genauer hinzuschauen. Das ist keine große Zumutung. Es ist, bei Licht betrachtet, der leichteste Weg zu besseren Entscheidungen.

Erfolg darf leicht sein. Auch dieser.

Wer an Reflexion interessiert ist und eher Autoritäten traut, die einen medizinzischen Abschluss haben, der höre gerne diese Folge von STERNSTUNDE PHILOSOPHIE zum Thema „Warum Verletzlichkeit keine Schwäche ist“ | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur

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Astrid Göschel M.A.

Seit 20 Jahren unterstütze ich Unternehmen und Unternehmer*innen dabei, ihre Ziele auf direktem Weg und gemeinsam mit allen Beteiligten zu erreichen. Heute bin ich in der Lage, eine Komplett-Lösung anzubieten, mit der meine Kund*innen gemeinsam mit mir systematisch den Weg vom Start- zum Zielpunkt gehen – messbar, nachvollziehbar und stets erfolgreich.

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