Die balanzielle Erkenntniskultur – Wie Führung zu einer Haltung der inneren und äußeren Balance wird

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Im Gespräch mit Astrid Göschel über Befremdungsstress, Resonanz und das wiedergewonnene Gleichgewicht von Denken, Fühlen und Handeln

Frage: Frau Göschel, Ihr Name wird mittlerweile häufig mit dem Begriff balanzielle Erkenntniskultur verbunden. Was steckt dahinter?
Astrid Göschel: Die balanzielle Erkenntniskultur ist im Kern eine Führungs- und Denkkultur der inneren und äußeren Balance. Sie beschreibt eine Haltung, in der Denken, Fühlen und Handeln nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander in Erkenntnis treten. Führung bedeutet für mich heute nicht, möglichst schnell auf jeden Impuls zu reagieren, sondern Raum zu schaffen, in dem klar gedacht, empathisch gefühlt und bewusst gehandelt werden kann.

Frage: Sie sagen „Erkenntnis treten“ – das klingt fast poetisch.
Göschel: Es ist tatsächlich ein poetischer Moment. Erkenntnis ist kein reines Denken, sondern ein Erleben. Wir erkennen dann, wenn uns etwas berührt und wir es zugleich verstehen. In der klassischen Wissenschaft liegt der Schwerpunkt oft auf Analyse und Beweis. In der Praxis liegt er auf Umsetzung. Ich möchte das Dazwischen kultivieren – den Raum, in dem Erkenntnis lebendig bleibt und in Wirkung tritt.

Frage: Ist das der Unterschied zwischen Ihrer balanziellen Wissenschaft und der Erkenntniskultur?
Göschel: Genau. Die balanzielle Wissenschaft ist das theoretische Dach meiner Arbeit – sie fragt, wie Wissen entsteht, wenn Verstand, Gefühl und Handlung gleichwertig beteiligt sind. Die balanzielle Erkenntniskultur ist die gelebte Form davon – sie findet in Organisationen, Teams, Seminaren oder auch im persönlichen Denken statt. Dort wird Balance praktisch. Man könnte sagen: die Wissenschaft reflektiert, die Kultur realisiert.

Frage: Und in der Führungspraxis?
Göschel: Dort geht es darum, wie Menschen in komplexen Situationen klar bleiben, ohne hart zu werden. Viele Führungskräfte erleben heute Befremdungsstress: Sie spüren, dass alte Muster nicht mehr funktionieren, neue aber noch nicht tragen. Die balanzielle Erkenntniskultur bietet ihnen Denk- und Resonanzräume, um diese Übergänge bewusst zu gestalten – nicht, indem sie alles sofort lösen, sondern indem sie den Mut finden, tiefer zu verstehen.

Frage: Sie haben gerade das Wort Befremdungsstress verwendet, das auch der Titel Ihres kommenden Buches ist.
Göschel:  Befremdungsstress ist das Unbehagen, das entsteht, wenn Sicherheit wankt. Wir erleben ihn, wenn das Alte noch da ist, das Neue aber schon ruft. Statt ihn zu bekämpfen, können wir ihn als Entwicklungsphase begreifen – als Schwelle zur Erkenntnis. In dieser Spannung entsteht Klarheit, wenn man nicht flieht, sondern bleibt.

Frage: Ihr geplantes Buch trägt den Titel „Befremdungsstress“ und den Untertitel „Transformation beginnt dort, wo Wahrheit Unbehagen auslöst“. Was bedeutet dieser Untertitel für Sie – gerade mit Blick auf die Praxis in Unternehmen?


Göschel: Der Untertitel beschreibt den Moment, an dem es ernst wird: Transformation beginnt nicht dort, wo alle zufrieden nicken, sondern dort, wo eine Wahrheit Unbehagen auslöst. Befremdungsstress® ist genau dieser Punkt – wenn Klarheit nicht nur erhellt, sondern auch kratzt. In der Praxis erlebe ich immer wieder: Offiziell wird Klarheit gewünscht, aber diejenigen, die Klartext sprechen und deutlich benennen, wo es hakt und wo dringend gehandelt werden müsste, sind oft die Ersten, die das Unternehmen wieder verlassen. Sie erzeugen Reibung – und Reibung ist in vielen Organisationen noch immer unerwünscht.

Ich spreche hier wohlgemerkt von hochintelligenten, gutwilligen und sehr freundlichen CEOs, die das Beste für ihr Unternehmen und ihre Mitarbeitenden wollen. Aber solange diejenigen, die Missstände benennen, innerlich oder äußerlich abgestraft werden – und diejenigen, die schweigen, sicher sind –, bleibt Transformation ein Lippenbekenntnis. Genau hier setzt Befremdungsstress als Brückenwort an: Es ermöglicht, über das Unbehagen zu sprechen, ohne gleich in Schuldzuweisungen oder Angstbegriffe zu rutschen.

Konflikte konstruktiv zu lösen, beginnt immer damit, dass ich das Unbehagen in mir zulasse – und auch beim anderen. Es heißt, dass ich ihm erlaube, sein Befremden auf seine Weise zu äußern: leise oder laut, vorsichtig oder temperamentvoll, mit wenigen oder vielen Worten. Wenn wir anfangen, die Form des Ausdrucks zu kritisieren – „Sag das klarer, schneller, logischer, nicht so emotional“ –, greifen oft schon Abwehrmechanismen.

Die höchste Stufe einer reifen Unternehmenskultur ist erreicht, wenn Befremdungsstress als gemeinsames Brückenwort wirklich gelebt wird. Wenn also nicht nur erkannt, sondern anerkannt wird, dass Unbehagen ein Signal für notwendige Entwicklung ist – und dass diejenigen, die es benennen, nicht sanktioniert, sondern bewusst gestärkt werden. Wo Befremdungsstress verstanden, ausgesprochen und gemeinsam gehalten werden kann, müssen sich Unterschiedlichkeiten nicht länger bekämpfen. Dann wird aus „passt nicht zusammen“ oder „nicht anschlussfähig“ eine produktive Spannungsbeziehung – und im besten Fall eine exzellente. Dann entsteht aus Zahl und Vision, Präzision und Kreativität, Ruhe und Temperament genau die Art Zusammenspiel, die komplexe Aufgaben überhaupt erst lösbar macht.

Frage: Was lernen Teilnehmende in Ihrer Akademie, wenn sie diese Haltung praktizieren wollen?
Göschel: Zuerst lernen sie, Stille und Denken wieder zu verbinden. Nicht als Rückzug, sondern als geistige Klarheit. Dann üben wir Sprache – Rhetorik als Resonanzraum. Und schließlich geht es um Handlung: Wie bringe ich Erkenntnis in Wirkung, ohne sie zu verraten? Das geschieht über bewusste Balance.

Frage: Was wünschen Sie sich, dass Leserinnen und Leser oder Führungskräfte mitnehmen?
Göschel: Ich wünsche mir, dass sie Mut fassen, zuzuhören – auch sich selbst. Dass sie erkennen, dass Führung ein erkenntniskultureller Prozess ist, kein reiner strategischer Kraftakt. Wenn sie am Ende sagen: „Ich bin klarer geworden, aber nicht härter“ – dann ist das Ziel erreicht.

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Astrid Göschel M.A.

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